Web & Strategie · 9 Min Lesezeit · 12. Juni 2026

Webseite selber machen oder erstellen lassen? Der ehrliche Vergleich für Schweizer KMU

Wix kostet CHF 200 im Jahr, die Agentur CHF 5'000 — also Wix? So einfach ist die Rechnung nicht. Hier ist der Vergleich, den Ihnen weder Wix noch die Agentur zeigt.

Die Frage, die sich jedes zweite KMU stellt

Sie brauchen eine Website. Die Werbung verspricht: «Erstellen Sie Ihre Homepage in 30 Minuten — kostenlos!» Gleichzeitig offeriert die Agentur CHF 5'000 bis 9'000. Beides kann nicht stimmen — und tut es auch nicht.

Wir verdienen unser Geld mit Agentur-Websites. Trotzdem sagen wir in jedem dritten Erstgespräch: «Nehmen Sie einen Baukasten, eine Agentur lohnt sich für Sie noch nicht.» Dieser Artikel ist genau diese Beratung — schriftlich:

  • Die echten Gesamtkosten beider Varianten (inkl. Ihrer Eigenzeit)
  • Eine Entscheidungs-Matrix: 6 Fragen, die die Antwort geben
  • Die 5 versteckten DIY-Kosten, die erst nach 6 Monaten auffallen
  • Wann der Wechsel vom Baukasten zur Agentur sinnvoll ist

1. Die echten Kosten — Baukasten vs. Agentur

Der Lizenzpreis von Wix oder Squarespace ist nicht der Preis der Website. Der grösste Posten fehlt auf jeder Baukasten-Rechnung: Ihre Zeit.

Was «selber machen» wirklich kostet

Eine ordentliche 5-Seiten-Website braucht auch im Baukasten: Struktur planen, Texte schreiben, Bilder suchen und zuschneiden, Design anpassen, Mobile testen, Formulare einrichten, Domain und E-Mail verbinden, Datenschutzerklärung erstellen. Realistisch: 40-80 Stunden — verteilt über Wochenenden und Abende.

PostenBaukasten (Wix, Squarespace)Webagentur
Lizenz / ErstellungCHF 200 - 400 / JahrCHF 2’500 - 9’000 einmalig
Ihre Eigenzeit (Aufbau)40 - 80 Stunden5 - 10 Stunden
Eigenzeit in CHF (à CHF 100)CHF 4’000 - 8’000CHF 500 - 1’000
SEO-Foundationnicht enthaltenenthalten
DSG-Datenschutzerklärung (CH)selbst erstellenenthalten
Design-QualitätTemplate-Lookmassgeschneidert
Real, Jahr 1CHF 4’200 - 8’400CHF 3’000 - 10’000

Rechnen Sie Ihre Stunde als Unternehmer konservativ mit CHF 100, kostet die «günstige» DIY-Website im ersten Jahr real CHF 4'200-8'400 — und sieht danach trotzdem nach Template aus. Die Agentur-Website kostet ähnlich viel, verbraucht aber 5-10 Stunden Ihrer Zeit statt 40-80, und liefert SEO-Foundation und sauberes Design mit.

Was Agenturen in der Schweiz konkret verrechnen, haben wir hier detailliert aufgeschlüsselt: Webagentur Schweiz Preise 2026.

2. Die Entscheidungs-Matrix — 6 Fragen

Beantworten Sie diese 6 Fragen ehrlich. Überwiegen die Antworten links, nehmen Sie einen Baukasten. Überwiegen sie rechts, lohnt sich die Agentur:

Frage→ Baukasten→ Agentur
Woher kommen Ihre Kunden?Empfehlungen, StammkundenSollen über Google kommen
Was soll die Website tun?Existenz bestätigen («gibt es die noch?»)Anfragen generieren, verkaufen
Wie viele Mitarbeitende?1 (Einzelunternehmen)2+ mit Lohnkosten
Ihre Konkurrenz online?Auch nicht professionellProfessionelle Auftritte
Verfügbare Eigenzeit?40-80 h und Freude daranKeine — Kerngeschäft geht vor
Budget-Realität?Unter CHF 2’000 gesamtCHF 3’000+ als Investition ok

Kurz gesagt

Baukasten, wenn die Website eine digitale Visitenkarte ist: Kunden kommen über Empfehlungen, die Website bestätigt nur, dass es Sie gibt.

Agentur, wenn die Website Kunden bringen soll: Sie wollen über Google gefunden werden, Anfragen generieren oder online verkaufen. Dann ist die Website kein Kostenpunkt, sondern ein Vertriebskanal — und ein Vertriebskanal, der nichts einbringt, ist die teuerste Variante von allen.

3. Die 5 versteckten DIY-Kosten, die erst nach 6 Monaten auffallen

1. Unsichtbarkeit bei Google

Das häufigste Erwachen: Die Website ist seit 6 Monaten online, aber bei «Physiotherapie Langenthal» erscheint sie auf Seite 4. Baukasten-Seiten werden indexiert — aber ohne strukturierte Daten, Performance-Optimierung, gezielte Seitenarchitektur und Content-Strategie ranken sie bei umkämpften lokalen Keywords praktisch nie vorne.

2. DSG-Compliance fehlt

Seit September 2023 gilt das neue Schweizer Datenschutzgesetz. Eine Datenschutzerklärung aus dem deutschen Generator (DSGVO) deckt das DSG nicht sauber ab. Und: Wix-Formulardaten landen auf US-Servern — das müssen Sie deklarieren. Bussen treffen bei DSG-Verstössen die verantwortliche Person privat, bis CHF 250'000.

3. E-Mail-Adressen und Zustellbarkeit

info@ihrefirma.ch statt ihrefirma@gmail.com — klingt trivial, braucht aber korrekt konfigurierte DNS-Einträge (SPF, DKIM, DMARC). Falsch konfiguriert landen Ihre Offerten im Spam-Ordner Ihrer Kunden. Das merkt man erst, wenn man sich wundert, warum niemand antwortet.

4. Der Template-Look kostet Vertrauen

Ihre Kunden können nicht benennen, warum eine Website «billig» wirkt — aber sie spüren es in den ersten 3 Sekunden. Bei einem Treuhänder oder Arzt, wo Vertrauen das Produkt ist, kostet das real Anfragen. Wie der Unterschied aussieht, zeigen unsere Kundenprojekte.

5. Niemand pflegt die Seite

Nach dem Launch-Enthusiasmus passiert: nichts. Öffnungszeiten stimmen nicht mehr, das Team-Foto zeigt Ex-Mitarbeitende, der «News»-Bereich endet 2024. Eine veraltete Website ist schlimmer als keine — sie signalisiert: Hier kümmert sich niemand.

4. Wann der Wechsel vom Baukasten zur Agentur sinnvoll ist

Der Baukasten war nicht falsch — er war die richtige erste Stufe. Wechseln Sie, wenn:

  • Sie planbar neue Kunden über die Website gewinnen wollen (nicht nur bestätigt werden)
  • Ihre Konkurrenz bei Google vor Ihnen steht und Sie das messbar Aufträge kostet
  • Sie Funktionen brauchen, die der Baukasten nicht kann: Konfigurator, Kundenportal, Buchungssystem, ERP-Anbindung
  • Sie expandieren und Mehrsprachigkeit (DE/FR/IT) sauber brauchen

Wichtig für den Wechsel: Es ist ein Neubau, keine Migration. Texte und Bilder lassen sich übernehmen, Design und Technik nicht. Wenn Sie heute mit dem Baukasten starten und den Wechsel offenhalten wollen: Verwenden Sie von Anfang an Ihre eigene Domain — nicht die Wix-Subdomain. Dann nimmt die neue Website das aufgebaute Google-Vertrauen mit.

5. Fazit — die ehrliche Empfehlung

Ihre SituationEmpfehlung
Einzelunternehmen, Kunden via EmpfehlungBaukasten — sparen Sie das Agentur-Geld
KMU, Website soll Anfragen bringenAgentur — sonst zahlen Sie doppelt: erst Baukasten, dann doch Agentur
Shop, Portal, Konfigurator, BuchungenAgentur — Baukästen stossen hier an harte Grenzen
Unter CHF 2’000 Budget, Zeit vorhandenBaukasten mit eigener Domain — Wechsel bleibt offen

Und wenn Sie unsicher sind: Fragen Sie eine Agentur, die Ihnen auch sagt, wenn sich eine Agentur nicht lohnt. Daran erkennen Sie übrigens auch eine gute.

Häufige Fragen

Was kostet eine selbst gemachte Webseite wirklich?

Lizenz CHF 200-400/Jahr plus 40-80 Stunden Eigenzeit. Bei CHF 100 Unternehmer-Stundenwert: real CHF 4'200-8'400 im ersten Jahr — oft mehr als die Agentur gekostet hätte.

Wann reicht ein Homepage-Baukasten völlig aus?

Einzelunternehmen, Kunden kommen über Empfehlungen, die Website ist nur digitale Visitenkarte, Sie haben Freude am Selbermachen: Dann ist Wix oder Squarespace völlig legitim.

Wird eine Wix-Seite bei Google gefunden?

Für die Suche nach Ihrem Firmennamen: ja. Für umkämpfte Keywords wie «Schreiner Region Bern»: praktisch nie vorne — dafür fehlen strukturierte Daten, Performance und Content-Strategie.

Kann ich später vom Baukasten zur Agentur wechseln?

Ja — als Neubau, nicht als Migration. Eigene Domain von Anfang an verwenden, dann bleibt das Google-Ranking-Potenzial erhalten.

Ist eine Baukasten-Webseite DSG-konform?

Nicht automatisch. Schweizer Datenschutzerklärung, Cookie-Banner und Datenfluss-Deklaration (z.B. US-Server bei Wix) müssen Sie selbst sicherstellen.

Unsicher, welche Variante für Sie stimmt?

30 Minuten Erstgespräch sind gratis — und wenn ein Baukasten für Sie reicht, sagen wir Ihnen genau das. Versprochen.

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